26.08.2015 Gestern auf dem Weg in den Blaubeerwald

Gestern bin ich am Abend nochmal losgegangen um zu sehen, ob es noch Blaubeeren gibt. In den letzten zwei Wochen war ich überall, nur nicht im Blaubeerwald. Und so kam es, mal wieder, zu einer unverhofften Begegnung. Im ersten Moment dachte, och mensch, unters Rad gekommen. Der Weg auf dem ich lief, wird auch als Radweg genutzt. Doch dann, als ich meine Kamera zückte, zuckte es auch am Boden und bevor dieser prächtige slowworm sich elegant schlängelnd ins Gebüsch verdrückte konnte ich noch schnell einige Fotos machen. Das es im Blaubeerwald nur noch einige vertrocknete Früchte gab, störte mich an diesem Abend überhaupt nicht mehr… noch gibt es hier und da ein paar Brombeeren, in meinem Garten wachsen Himbeeren und bald gibt es ja schon wieder Holunder- und Vogelbeeren 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

19.01.2015 Morgens im Erlenbruch

Eigentlich wollte ich ja heute morgen gleich mit dem ersten Licht draußen sein, aber wie so oft haben sich doch noch einige Dinge dazwischengeschoben. So war es fast 10 h bis ich gestiefelt und gespornt das Haus verließ. Der Morgen ließ sich prächtig an. Die Sonne schien. Der Himmel war überwiegend blau. Die Welt war mit einer glitzernden Reifschicht überzogen. Es war kalt und frostig und ich schon nach den ersten Schritten zog ich meinen neckwarmer über die Nase. Das Ding könnte genausogut Nasenwärmer heißen, aber das klingt wohl nicht so schön. Eigentlich wollte ich gleich zum Dachsbau gehen, aber wie von Zauberhand zog es mich magisch runter zum See. Na gut, dann eben erst mal zum See. Es hatte gefroren. Also würde ich durch den Erlenbruch gehen könnten. Das waren natürlich schöne Aussichten.

Familie Wildschwein hatte offensichtlich hier schon gefrühstückt bzw. zu Abend gegessen. Schien eine kinderreiche Familie gewesen zu sein oder eine hungrige. Der gesamte Grasstreifen neben dem Weg zur Badestelle war umgepflügt.

Ich wollte den mir schon bekannten Weg durch den Erlenbruch nehmen, als ich eine zerschlagene Weinflasche im Wald liegen sah. Scharfe Glaskanten standen nach oben. Also hab ich erstmal die Flasche zum Papierkorb gebracht. Bei der Gelegenheit hab ich geprüft wie dick das Eis schon ist. Einen Hund würde es wohl schon tragen. Ich bin lieber am Ufer geblieben. Am Strand selbst waren nur die üblichen Hunde- und Menschenspuren zu erkennen. Dann bin ich gleich am Strand in den Erlenbruch rein. Diesen Weg bin ich bislang nur bis kurs hinter dem Bootssteg gefolgt. Danach war es einfach zu sumpfig und naß.

Heute konnte ich einer Wildpfad-Autobahn folgen. Die hatte vermutlich Familie Wildschwein angelegt. Als ich die ersten Piepmätze bewußt wahrnahm merkte ich auch, daß meine Brille es zu Hause schön warm und trocken hatte. Also das alte Fernglas rausgeholt. Blaumeisen konnte ich sehr schnell identifizieren. Dann flog da noch ein sperlingsgroßer Vogel mit grünlichem Gefieder herum. Den habe ich nicht lange genug gesehen um ihn mit meinen rudimentären Vogelbestimmungskenntnissen auch nur ansatzweise benennen zu können. Der dritte im Bunde lieferte sich ein kleines Gefecht mit einer Blaumeise. Vielleicht war es ja auch umgekehrt, das kann ich nicht so genau sagen. Er kletterte am Baumstamm. und pickte hier und da etwas herum. Dadurch konnte ich ihn etwas länger beobachten. Rotbrauner Bauch, graublauer Rücken, schwarze Augenbinde und gemeckert hat er die ganze Zeit. Tschilp, tschilp, tschilp hab ich mir als Gedächtnisstütze aufgeschrieben. Mit Bestimmungsbuch und Internet hab ich ihn jetzt als Kleiber entlarvt. Den hab ich noch nie bewußt wahrgenommen. Kleiber die erste 🙂 Weiter gings auf der Wildschweinautobahn. Ich lief trockenen Fußes, relativ dicht am Ufer entlang, auf einem deutlich sichtbaren Wildpfad. Etwas silbrig schimmerndes erregte meine Aufmerksamkeit.

Der Weg führte sowieso dorthin. Ein etwa ein Meter breiter fester Uferstreifen, auf dem eine Eiche stand??? Auf dem Uferstreifen lag eine alte Waschmaschinentrommel und an der Eiche hing eine selbstgebaute Schaukel. War das doch kein Wildpfad auf dem ich unterwegs war??? Spannend. Ebenso spannend die zwei „Nester“ ganz in dicht an diesem festen Uferstreifen.

Bei genauerer Untersuchung erkannte ich noch einen verwachsenen Durchlaß im Schilf. Hier war wohl mal ein Bootssteg gewesen. Nachdem ich alles genau erkundet hatte lief ich weiter. Die Autobahn wurde schmaler um schließlich doch zu versumpfen. Unterwegs stellte ich fest, daß der letzte Sturm wieder einige morsche Erlen umgeknickt hatte und fand einige wunderschöne Baumpilze. Vielleicht Zunderschwämme. Allerdings dann eine sehr dunkle Art. Da werd ich noch ein bischen recherchieren. Austernpilze wären mir lieber gewesen. Die hätte ich gerne Mittags in der Pfanne gehabt.

 

 

 

 

 

 

Dann steckte ich fest. Also nicht wirklich aber irgendwie war vor mir mehr Wasser als Land. Mein Stock sagte mir, daß ich darin bis zu den Knien oder weiter absacken würde. Keine leckere Vorstellung bei den Temperaturen.

 

Also umgedreht und einen anderen Weg suchen. Ich liebe es in Runden zu laufen. Nicht  so gerne gehe ich den gleichen Weg zurück. Wenn ich es, wie heute, dann doch mache, finde ich es immer wieder spannend wie anders der Weg und die Umgebung plötzlich aussehen und welche anderen Details ich wahrnehme nur weil ich mich umgedreht habe. z.B. ein Häuflein Rothirsch Losung. Ich versuchte mich nach Norden zu bewegen, stand aber immer wieder vor Wasser. Die dazwischen liegenden
Moosinseln machten auf mich keinen wirklich vertrauensweckenden Eindruck. Also hieß es immer wieder umdrehen, zurückgehen, nach einem anderen Pfad Ausschau halten.

Und dann war ich plötzlich wieder am Wildschwein-Frühstücksplatz. Da war ich letztendlich doch im Kreis gelaufen. Bevor ich meine heutigen naturkundliche Wanderung beendete, hab ich noch ein bischen Müll eingesammelt. Unglaublich, was die Leute alles in den Wald schmeißen. Der Dachsbau muß bis morgen warten, für heute hab ich genug „Material“ gesammelt. Neben den Tieren die sich gezeigt oder deren Spuren ich gesehen habe, habe ich auch noch eine Specht und einige Wildgänse gehört. Heute morgen haben wie inzwischen fast jeden Tag die Kohlmeisen ihre Walnüsse vom Fensterbrett geholt und eine Elster hat den Kompost oder den Ahnenteller inspiziert. Im Erlenbruch gab es natürlich nicht nur Erlen, sondern auch Birken, Weiden, Eichen und Holunder.

 

16. August 2014, Mecklenburger Seenplatte

Heute morgen mußte ich zum Friseur um Briefmarken zu kaufen. Es gibt hier keine Poststelle im Ort und bei der DHL Packstation, die sich im Friseurgeschäft befindet, bekommt mensch seit einiger Zeit Briefmarken. Das spart mir die Fahrt in die nächste Stadt falls ich schnell noch, so wie heute, einen Brief auf die Reise schicken will. Wenn ich Richtung Süden durchs Dorf laufe wähle ich gerne den Weg hinter den Häusern. In dieser Jahreszeit sind viele Urlauber im Dorf und die Dorfstraße ist dadurch sehr belebt. Ich mag es lieber etwas ruhiger und wähle die wenig bekannten und begangenen Wege des Dorfes. Schon seit einigen Wochen wünsche ich mir etwas frischen Meerettich in meine Küche. Meerettich eignet sich auch für verschiedende Heilanwendungen. Er wirkt erwärmend, durchblutungsfördernd, schleimlösend und hat antibiotische Kräfte. Ich verwende ihn sehr gerne als Gewürz, als Tinktur oder als Auflage bei Atemwegserkrankungen. Bei Schnupfen, Husten, Bronchitis und Nasennebenhöhlenentzündung habe ich schon gute Erfahrungen mit dem Meerettich gemacht. Normalerweise begegnet er mir immer und überall, an Wegrändern und auf Wiesen. Hier habe ich ihn allerdings erst an einem einzigen Platz, am Weg hinter den Häusern, gefunden. Und hier möchte ich ihn wirklich nicht ausgraben. Die Blätter hängen zum Teil vertrocknet herunter. Autos parken drumherum und wahrscheinlich hebt hier auch so mancher Hund sein Bein…

Nachdem die Briefmarken gekauft und der der Brief auf die Reise gebracht war entschied ich mich dem Weidendickicht nahe am Seeufer einen Besuch abzustatten. Vielleicht gab es dort Meerettich. Ich folgte dem Pfad zum Seeufer und hielt die Augen offen. Auch hier, kein Meerettich. Überhaupt strahlte der Ort keine gesunde Energie aus. Hier würde ich wohl keine Kräuter sammeln. Am Seeufer angekommen hocke ich mich ans Wasser und sah den dicken Stockenten beim Betteln zu. Hier geht der See in den Schleusenkanal über und so mancher Freizeitskipper oder deren Kindern füttern die Enten mit Brotstückchen. Das Seeufer ist dicht mit Pflanzen bewachsen und mit Steinen befestigt. Plötzlich spürte ich, mehr als das ich etwas sehen konnte, einen Energieimpuls links von mir. Ich drehte meinen Kopf nach links und sah jetzt einen keilförmigen Kopf langsam aus dem Pflanzendickicht herauskommen. Der Kopf glitt über die Steine am Seeufer. Schon konnte ich die gelben Flecken seitlich des dunklen Kopfes sehen und dann folgte auch ein schier nicht enden wollender Körper! Nach wenigen Sekunden war die größte Ringelnatter, die ich jemals lebend gesehen habe, schon wieder im Uferbewuchs verschwunden. Ich blieb noch einige Zeit am Ufer sitzen und spürte der Energie die diese große wunderschöne, vollkommene Schlange mit sich gebracht hatte, nach. Ganz ruhig wurde ich ihn mir und ein Lächeln spielte um meine Lippen. Alles war gut und ich mußte nichts mehr finden als ich langsam wieder nach Hause ging.

 

15. August 2014, Mecklenburger Seenplatte

Heidelbeeryoga 🙂

Heute Nachmittag ging ich, wie so oft in den letzten Wochen, in den Nordwald um Heidelbeeren zu sammeln. Solche Heidelbeerwälder wie ich sie hier vorgefunden habe kenne ich nur aus meiner Kindheit an der Ost-Ostsee. Nie wieder habe ich seither inmitten von Heidelbeerwäldern gelebt. Der viele Regen verbunden mit der schwülen Wärme lassen die Beeren zum Teil groß wie wilde Kirschen werden! Obwohl der Wald direkt hinterm Dorf beginnt und ich die Stimmen der Kinder von der, am gegenüberliegenden Seeufer befindlichen, Badestelle bis weit in den Wald hören kann, bin ich noch nie einer anderen Heidelbeersammlerin begegnet. Und ich bin SEHR oft dort im Wald. Einmal, als ich in Sichtweite eines Waldweges, Heidelbeeren pflückte, kam eine Gruppe Kinder vorbei. Ich trug helle, bunte Kleidung. War also gut sichtbar. Trotzdem ging ungefähr die halbe Gruppe an mir vorbei ohne mich zu bemerken. Plötzlich rief ein Junge: „Schau mal, da sammelt jemand Heidelbeeren.“ Ein anderes Kind sagte im Brustton der Überzeugung:“Waldheidelbeeren darf man nicht essen!“ Während die Kinder weitergingen hörte ich eine sich entspinnende Diskussion darüber, ob oder ob nicht und warum oder warum nicht man Waldheidelbeeren essen darf. Sehr gerne hätte ich dieses Gespräch weiter belauscht und mit den Kindern gesprochen.

Auch Erwachsene fragen mich in 99,9 % aller Gespräche in denen es um Wildfrüchte, insbesondere Waldheidelbeeren geht, ob ich diese den auch esse. Ein großes und eindeutiges JA ist meine Antwort. Ob ich den keine Angst vor dem Fuchsbandwurm hätte, ist auch eine beliebte Frage. NEIN, die habe ich nicht. Nachdem ich mich ausgiebig mit dem Lebenszyklus des Fuchsbandwurmes beschäftig habe, weiß ich, daß die Möglichkeit sich durch das Essen von frischen Heidelbeeren anzustecken verschwindend gering ist. Oder läuft der Fuchs nicht durch das Feld mit den Kulturheidelbeeren? Mich macht es traurig, wenn ich mitbekomme, daß Kinder nicht mehr begeistert in einen Heidelbeerwald stürzen und mit blau verschmierten Händen, Mündern und Kleidern irgendwann wieder auftauchen. Jetzt lernen Kinder das Waldheidelbeeren gefährlich und zu meiden sind. 🙁

Heute folge ich einem Wildpfad in den Wald, den ich vor einigen Tagen entdeckt habe. Dieser Pfad führt mich ein wenig tiefer in den Wald. Mitten hinein in endlose Heidelbeerfelder. Und so fand ich mich schon nach kurzer Zeit – mit blauverschmierten Händen, Mund und Kleidung – inmitten eines übervollen Heidelbeerfeldes. Manchmal habe ich das Gefühl, das ich gar nicht schnell genug pflücken kann, so so viele dicke saftige Heidelbeeren lachen mich an. Und dann freue ich mich einfach an der Fülle die der Wald mit mir teilt. Manchmal werde ich auch gefragt, ob es mir nicht zu mühsam sei Beeren und Kräuter zu sammeln. Mühsam? Alles was ich tun muß ist hinausgehen und ernten. Kein umgraben, säen, wässern, jäten ist notwendig. Wenn die Zeit reif ist, gehe ich einfach ernten 🙂

Und so fand ich mich den auch heute wieder in den wunderlichsten Posen inmitten des Heidelbeerfeldes. Mal in der tiefen Hocke, mal weit nach vorne gebeugt oder in einer seitlichen Drehung. Nach zwei Stunden waren meine Sammelbehälter und mein Magen randvoll gefüllt mit köstlichsten Heidelbeeren, mein Körper gedehnt und gestreckt und ich ging entspannt und glücklich nach Hause.

HeidelbeerwaldHeidelbeerennoch mehr HeidelbeerenBlaubeeren mit Wassertropfen

 

 

 

14. August 2014, Mecklenburger Seenplatte

Heute bin ich aus dem Dorf herausgelaufen. Immer am Wasser entlang. Soweit das möglich ist. An vielen Stellen ist das Ufer Privatbesitz. Selbst die Stege die im Wasser stehen sind „privat“. Mit dicken Buchstaben steht dort „Betreten verboten“. Heute wollte ich in den Wald hinterm See um mir einen neuen Feuerbohrer zu machen. Oft gehe ich nördlich des Dorfes in den Wald. Heute zog es mich nach Süden. Wie so oft hat mich die Arbeit länger zu Hause festgehalten. Und so wurden aus geplanten sechs Stunden, die ich im Wald verbringen wollte, nur noch zwei. Immerhin zwei Stunden. Besser als gar nicht rauszukommen. Es wurde früher Nachmittag bis ich losgehen konnte. Ich nahm meine Tasche, in der sich wie immer, eine Flasche Wasser, mein Messer, eine gute Landkarte von der näheren Umgebung, ein paar Sammelbehälter für Wildfrüchte oder sonstige Funde und heute zusätzlich noch meine kleine Machete befanden. Los gings. Erstmal mußte ich ca. 15 min durch das Dorf und über den, sich an das Dorf anschließenden, Campingplatz laufen. An einer Wegkreuzung stehen zwei Schilder. „Storchenweg“ und „Fuchswiese“ steht darauf. Nach kurzem Zögern, während dessen ich schon den „Storchenweg“ wählen will, entscheide ich mich den Fuchsweg zu nehmen. Den „Storchenweg“ bin ich schon einmal vor einigen Monaten, mit dem Fahrrad aus der anderen Richtung kommend entlanggefahren. „Fuchswiese“ klingt heute für mich interessanter. Das erste Mal seit ich hier wohne laufe ich über den Platz für die Dauercamper. Schrebergartenidylle. Akurat eingezäunt stehen dort Campinganhänger und Bauwägen mit zum Teil erheblichen An- und Überbauten. Gartenzwerge, Elfen, kleine bepflanzte Schubkarren, winzige Gartenwegchen prägen das Bild. Dort sitzt eine Frau und sortiert eifrig frisch gesammelte Pfifferlinge. Daneben lümmelt eine Gruppe Jugendlicher in sehr comfortabel aussehenden Gartenstühlen. Es ist erstaunlich ruhig. Obwohl relativ viele Menschen da sind.

Und dann bin ich auch schon im Wald. Ein altes verwittertes Holzschild verweist auf einen Naturlehrpfad. Auf dem nächsten Schild erfahre ich, daß der Baum dahinter eine Sandbirke ist. Für mich sieht sie einfach aus wie eine Birke. Eine sehr große und alte zugegebenermaßen. Die Rinde ist dick und aufgerissen. Und Sand gibt es hier jede Menge. Beides zusammen ergibt dann wohl eine Sandbirke.

Eine junge Frau kommt mir, auf dem schmalen Weg, mit Hund und Kind entgegen. Der Hund bleibt stehen. Das Kind, vielleicht zwei Jahre alt, versucht den Hund weiterzuschieben und redet mit ihm wie mit einem ungezogenen Kind. 🙂

Dann bin ich an der großen Wiese, auf der ich vor einigen Monaten junge frische Bärenklaublätter gesammelt habe. Ich erinnere mich daran, daß es dort neben einem großen Weißdornstrauch, eine riesige Brombeerhecke gibt. Vergessen sind Feuerbohrer und Wald. Die Zeit reicht sowieso nicht dafür. In großem Bogen streife ich über die Wiese. So wie ich es liebe. Den Wildpfaden folgend, oder dem was ich dafür halte. Schafgarbe. Die kann ich gerade gut gebrauchen. Also pflücke ich mir ein kleines Sträußchen. Gelb leuchten die letzten Blüten des Johanniskrauts. Vielleicht lohnt es sich ja doch noch ein wenig davon zu sammeln um heilendes Öl anzusetzen. Dieses Jahr habe ich die Zeit des Johanniskrautes fast völlig verpaßt und nur wenig Öl angesetzt. Es wird wohl reichen. Heute jedenfalls sammle ich kein Johanniskraut. Stattdessen wandern ein paar flaumige Diestelsamen in meine Hosentasche. Ich will ausprobieren, ob sie sich als Zunder eignen. Und dann stehe ich vor der Brombeerhecke. Eine breite Schneise verrät mir, daß ich nicht die erste bin, die hier ernten kommt. Rot leuchten mir die Beeren entgegen. Rot mit ein paar schwarzen Tupfern. Und noch mehr rot. Die Hecke ist voll mit unreifen Beeren. Da war jemand sehr, sehr gründlich. Nur wenige reife Beeren finde ich. Ein wenig enttäuscht und traurig laufe ich weiter, den Blick sehnsüchtig auf die Brombeerhecke gerichtet. Ich entschließe mich einen meiner kleinen Sammelbehälter mit dicken, reifen Brennesselsamen zu füllen. Auch die sind jetzt an vielen Stellen schon reif. Immer wenn ich schöne, reife Brennesselsamen an einem gesunden Standort finde ernte ich ein wenig und fülle so meine Vorräte für den Winter wieder auf. Beim Weiterlaufen bemerke ich Brombeerblüten mitten auf der Wiese und sehe, daß sich schon viele kleine Triebe auf der Wiese ausgebreitet haben. Und da gibt es auch Beeren! Ich beuge mich hinunter um die Beeren zu pflücken und stutze. Dunkelviolette, wie mit Rauhreif bedeckte Beeren sehe ich. Das sind definitiv KEINE Brombeeren. Das sind Kroatzbeeren! Freudig pflücke ich eine Handvoll und kaue genußvoll die saftigen, leicht säuerlichen Beeren. Kaum habe ich einige Handvoll der reifen Beeren gegessen bin ich satt und fange an meinen zweiten Sammelbehälter zu füllen. Pah, wer braucht schon Brombeeren, wenn es doch auch Kroatzbeeren gibt! Es ist lange her, daß ich Kroatzbeeren gegessen habe und freue mich sehr über den reichen Fund. Brombeeren werde ich in den nächsten Wochen irgendwo anders finden. Dankbar,mitgefülltem Herzen (und Sammelbehältern) kehre ich von meinem Kurztrip in den Wald heim. Jetzt kann ich entspannt und in Ruhe die nächsten Aufgaben angehen.

 

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